Dreckig
Nicht perfekt. Nicht glattpoliert. Narben, Fehler, durchgemachte Nächte, verschwitzte Shirts, kaputte Turnschuhe, laute Musik und Geschichten, die man so nicht erzählen sollte.
UNSERE GESCHICHTE
Es gibt zwei Versionen dieser Geschichte. Seine und meine. Angefangen hat sie mit einer Morddrohung am Zeltplatz.
Mister T hat uns beide zur Nature One mitgenommen. Guter Kollege, gute Seele, komplett ahnungslos, was er da lostritt.
Wir kannten uns nicht. Nach zwei Stunden im selben Auto wollte einer von uns das auch so lassen.

Wir suchen den Zeltplatz. Überall stehen schon Zelte, keiner findet irgendwas, und der hier springt links raus, rechts raus, rein, wieder raus. Sitzenbleiben war offenbar keine Option.
Irgendwann sind die anderen los, den Platz suchen. Wir zwei sollten beim Auto bleiben. Und er quasselt mir eine miese Bulette ans Brett, ohne Pause.
Dann kam der Satz, wortwörtlich: ‚Wenn du nicht gleich dein Maul hältst, hau ich dir eine rein. Reiz mich nicht.‘

Ich dachte mir nur: Was will das Arschloch von mir.
Schultern gezuckt, umgedreht, den Nächsten vollgequatscht.
Er hat natürlich jedes Wort mitbekommen. Rot vor Wut, aber machen konnte er nichts. Ich hab ja nicht mehr mit ihm geredet.

Im Lager angekommen, legt Creat-OHR sein erstes Set auf. Alle tanzen. Kobold fragt in die Runde, von wem das ist.
‚Ist meins.‘
Kobold hat selbst schon mit Vinyl aufgelegt und konnte es kaum glauben. Ging aber voll drauf ab. Und da haben beide gemerkt: Der andere ist gar nicht so verkehrt.
Misstrauisch waren wir trotzdem noch.

Also sind wir zur Pytna hoch und haben gefeiert. Einer nach dem anderen hat sich verabschiedet. Erst der, dann der, dann der.
Am Ende standen zwei Leute im Techno-Bunker der Raketenbasis. Der Bass hat gewummert, die Knochen waren schwer, aufgegeben hat keiner. Wir haben getanzt, bis die Sonne hochkam, und sind mit der Meute zum Feierabend des Freitags ins Camp gelaufen.
Dort pennten noch alle. Also zwei Mann auf Nahrungssuche. Auch bekannt als Frühschoppen.
Lange Rede, kurzer Sinn: Wir wurden Freunde.


Creat-OHR machte sowieso schon Musik. Kobold fing wieder an aufzulegen. Es vergingen Partys, es vergingen Treffen im Land.
Irgendwann war klar: Die Leute gehen auf beide gleich hart ab. Also haben wir mal ausprobiert, wie es zusammen ist.

Nach einer Afterhour haben wir einen Namen gesucht. Gefunden haben wir nichts Ganzes. Nur halbes, wirres Zeug.
Eine Woche später schaue ich auf ein Poster von Bud Spencer und Terence Hill. Und im Kopf läuft sofort: ‚Pfui Deifel, ist die alte hässlich.‘
Eins und eins. Der Rest ist Geschichte.

Freundschaft
Wir müssen nicht dasselbe mögen. Nicht dasselbe spielen. Nicht dasselbe denken.
Der kreative Verrückte, Filmliebhaber und Soundtüftler. Einer, der harte Sounds, düstere Atmosphäre und Musik liebt, die Bilder im Kopf entstehen lässt und mit seinen Sets Geschichten erzählt.
Der Goa-Liebhaber und wilde Freigeist. Einer, der in der Menge springt, tanzt und feiert, als gäbe es keinen Morgen – bis er sich komplett in Trance getanzt hat.
Die Freundschaft funktioniert nicht durch Gleichheit. Sondern durch Respekt, Humor und eine Nacht, die keiner von beiden abgebrochen hat.
Der Name
Pfui auf alles, was dich davon abhält, du selbst zu sein. Pfui auf Erwartungen, die nicht deine sind. Pfui auf die Stimme, die dir erzählt, du wärst zu laut, zu anders, zu wild oder zu viel.
Heißt im Klartext: sich selbst treu bleiben, auch wenn es unbequem wird.
Der Deifel lauert überall. Versuchung, Chaos, Fehler, Exzess, Risiko.
Wir rennen nicht davor weg. Wir setzen uns daneben und bestellen ihm ein Bier.
Keine religiöse Botschaft. Nur die Erinnerung daran, dass das Leben nicht sauber und kontrollierbar ist, und dass man trotzdem keine Angst davor haben muss.
Mach dich niemals kleiner, damit du irgendwo hineinpasst.
Drei Wörter
Nicht perfekt. Nicht glattpoliert. Narben, Fehler, durchgemachte Nächte, verschwitzte Shirts, kaputte Turnschuhe, laute Musik und Geschichten, die man so nicht erzählen sollte.
Keine fremden Regeln darüber, wer man zu sein hat. Keine Schubladen. Kein Sich-kleiner-Machen, nur um irgendwo hineinzupassen.
Der Mensch ist vergänglich. Was er hinterlässt, muss es nicht sein. Musik. Geschichten. Freundschaft. Kunst. Erinnerungen.
Die zwei
Zwei eigene Köpfe, zwei eigene Kataloge, zwei eigene Wege hierher.
DER KLANGLICHE GESCHICHTENERZÄHLER
Creat-OHR versteht sich nicht nur als DJ, sondern als Künstler. Ideen werden nicht glattgebügelt, sondern so lange verdreht, bis daraus ein eigener Charakter entsteht. Harte Sounds, düstere Atmosphäre, Melodie und Druck werden zu Sets, die nicht einfach nur laufen, sondern eine Geschichte erzählen.
MELODIE IM KOPF. DRECK AN DEN KANTEN. DRUCK AUF DER BRUST.
DER FÜHLENDE INSTINKT AN DEN DECKS
Ob Vinyl oder USB-Stick: Kobold spielt Musik nicht einfach ab. Er lebt und verkörpert sie. Einer der wenigen DJs, die auflegen und danach selbst die ganze Nacht durchtanzen. Er spielt mit Herz und Gefühl – von roher OG-Bunkermusik bis zu treibendem Goa. Wenn er seinen Wurzeln und dem Ruf der Wildnis folgt, entsteht eine eigene Welt aus Rhythmus, Energie und psychedelischen Bildern.
KNOPF AN. KOPF AUS. KEINER BLEIBT STEHEN.